Kempo-Karate


In der Abteilung BUDOSPORT des VfR Garching e.V. wird die Karatestilrichtung Kempo Karate (Andyoko-Ryu) gelehrt. Renshi (Großmeister) Andreas Busche war einer der Gründer der Abteilung und selbst jahrelang im Vereinsleben aktiv. Heute betreibt er die Kampfkunst professional und ist Leiter der Kinderschutzorganistation KidsPro. Kempo-Karate ist Mitglied im Bayerischen Karate Bund (BKB) und im Deutschen Karate Verband (DKV) und dort als eigenständige Stilrichtung verankert. Die sportliche Leitung in Garching haben die zwei direkten Meisterschüler von Großmeister Busche Michael Mair und Björn Anton.

Aus sportlicher Sicht gehört der in Deutschland betriebene Stil zu einem der vielseitigsten und kompaktesten der Karatekünste. Zu den Schwerpunkten in der Ausbildung zählen Konditionstraining, Stellungen und Ausweichformen, Block-, Stoß-, Schlag- und Fußtechniken, Fallschule, Würfe, Katas (Formen), Kumite (Kampf) und Kobudo (traditionelle japanische Waffen) wie z. B. Shinai (Schwert), Bo (Stock), Sai-Gabeln und Tonfa!

Historie

Der japanische Begriff „Kempo“ ist abgeleitet von der ursprünglichen chinesischen Kampfkunst „Quanfa“ (Kempo und Quanfa werden mit den gleichen Schriftzeichen dargestellt) und bedeutet übersetzt „Weg der Faust“ oder „Wissenschaft vom Faustkampf“. Quanfa/Kempo ist jedoch nicht nur die Lehre des Nahkampfes mit und ohne Waffen, sondern lehrt auch geistige und körperliche Kultur, die sich aus Jahrhunderten alten Traditionen entwickelt hat. Die Bezeichnung „Kempo“ wurde bereits vor langer Zeit für das okinawanische Karate gebraucht. Bei „Kempo-Karate“ handelt es sich um verschiedene Systeme, die aus dem okinawanischen Karate mit erweiterten chinesischen Elementen aus dem Kung-Fu entstanden sind. In den letzten Jahrzehnten hat sich Kempo-Karate auch in den westlichen Ländern verbreitet und weiterentwickelt. Es sind verschiedene Stilrichtungen entstanden. Die Entstehung des Andyoko-Ryu Kempo hat im Verhältnis mit anderen Kampfkünsten eine sehr junge Geschichte und hat sich zu seiner heutigen Form aus dem Andyko-Do Karate in den achtziger und neunziger Jahren entwickelt. Der Hauptbestandteil des Trainings in den Schülergraden ist das Erlernen der traditionellen Karatetechniken. Durch den zusätzlichen Einsatz von Kobudo-Waffen und Würfen wird schon sehr früh eine hohe Komplexität geschult. In den Meisterstufen wird diese Vielfalt in die realistische Selbstverteidigung umgesetzt. Neben der reinen Technikschulung wird hier auch viel Wert auf Verhaltensweisen und Deeskalationstraining gelegt.

Der geistige Aspekt

Kempo-Karate ist nicht nur körperliche Ertüchtigung, sondern vor allem eine Lebenseinstellung. Dies spiegelt sich nicht nur in dem Weg zu einem perfekten Kampfkünstler wieder, sondern auch im täglichen Verhalten. Ein Kempo-Karate-Praktizierender (Kempoka) übt sich nicht nur in Körper und Geist, sondern vor allem auch in Seele und Verstand, was ihn letztendlich zu einem Meister des Lebens selbst macht. Bescheidenheit, Friedlichkeit und Harmonie stehen im Vordergrund einer jeden Auseinandersetzung, sei es nun mit einem Gegenüber oder einem anderen Problem. Schwarzgurte (DAN-Träger), die die Lehre letztendlich auch weitergeben sollen, werden unter vielen Gesichtspunkten ausgewählt. Ein DAN-Träger muss viele Aspekte des Karate abbilden können. Deshalb kann nicht jeder, wenn auch sportlich dazu in der Lage, im Kempo seinen Meistergrad ablegen. Diese Ehre gebührt nur demjenigen, der sich durch seine komplette Lebenseinstellung (Fairness, Vorbild, Ehrgeiz, Selbsteinschätzung, Persönlichkeit und Charakter) dies über Jahre hinweg erarbeitet hat.

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